Initiativen

Die "Story" rund um die SP-Initiative "Attraktives Dorfzentrum Meiringen"

Phase 1 (Jan '04 - Okt '08)

Im Entwurf zum Richtplan orteten in Sachen Verkehr Rupert Wimmer und Urs Eichenberger, Büro Metron, einen unbefriedigenden Zustand im Ortszentrum. Als Vision formulierten sie die
Idee, den Durchgangsverkehr im Ortszentrum zu vermindern. Dabei schwingt im Richtplan das Beispiel Burgdorf mit, wo mit minimen baulichen Massnahmen eine Zone geschaffen worden ist, in der Automobilisten, Radfahrer und Fussgänger in einem Miteinander funktionieren. Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von zwanzig Stundenkilometern. Lohner unterstrich dieses Bestreben nach einem attraktiveren Ortszentrum. Themen in diesem  Bereich sind u.a. auch die Gestaltung des Bahnhofplatzes, der Anschluss zur Meiringen-Innertkirchen-Bahn und die S-Kurve in der Rudenz (siehe Artikel). Danach passiert lange nichts. Deshalb:

Phase 2 (Nov '08)

Mit der Initiative "attrakives Dorfzentrum" fordern wir, dass durch bauliche und verkehrstechnische Massnahmen das Dorfzentrum Meiringen vom motorisierten Durchgangsverkehr entlastet und der  Langsamverkehr gefördert werden soll. Eine "Flanierzone" soll neben der sozialen Komponente (Begegnungen) auch die Attraktivität des Gewerbes fördern. Weiter fordert die Inititative eine Aufwertung der Dorfeingänge und sichere Velozubringer von Hausen, Willigen und Balm. Dazu sei im Budget ein Betrag zwischen CHF 50'000.– und CHF 100'000.– für einen Planungskredit vorzusehen und ab dem Folgejahr das Projekt im Finanzplan aufzunehmen.

Phase 3 (Jan - Okt '09)

Der Gemeinderat nimmt sich unserem Anliegen an. Das Ziel, die Verkehrssituation im Dorfzentrum sowie die Attraktivität des Dorfbildes zu verbessern, fand zudem im neuen Leitbild der Gemeinde Eingang. Der Gemeinderat bewilligt also Kredite für Quartiersverkehrs-beruhigungen, für einen Versuchsbetrieb zur Umgestaltung der Bahnhofstrasse und für die Gestaltung der Ortseingänge in der Höhe von total 250'000 Franken (siehe Botschaft zur GV).

Im Leitbild, unter dem Kapitel "Dorfbild und Raumplanung", Abschnitt "Massnahmen (2011 - 2014)" steht übrigens

  • Erarbeitung eines Konzeptes zur Aufwertung der Hauptstrasse mit Vorlegung eines konkreten Umsetzungsprogramms zu Handen der Gemeindeversammlung (beinhaltend die Aufhebung der Parkplätze entlang der Strasse, die Verbreiterung des nordseitigen Trottoirs teilweise zu Gunsten der Geschäfte, teilweise zu Gunsten zusätzlichen Fussgängerraums)
  • Verkehrsberuhigung durch Tempo 30/Zone 30
  • Anreize schaffen für die Verschönerung der - den Strassen zugewandten - Häuserfassaden (z.B. mittels Wettbewerb)
  • Dorfeingang West durch Neubau Kreisel Eisenbolgen aufwerten

Phase 4 (Nov '09)

Die SP Meiringen-Oberhasli zieht ihre Initiative «Attraktives Dorfzentrum Meiringen» zurück (siehe Artikel). Grund: Der Gemeinderat hat in den vergangenen Monaten die konkrete Planung an die Hand genommen und sämtliche Anliegen der Initianten erfüllt – er geht bei den gesprochenen Planungsmitteln sogar noch einen Schritt weiter (siehe nächste Phase).

Phase 5 (Dez '09)

Nicht zuetzt dank Christoph Ammanns Aussagen, wie z.B. dass das Geld für den Wettbewerb in keinem Fall zum Fenster hinausgeworfen sei, dieses Wissen, das man aus den verschiedenen eingereichten Projekten ziehen könne, nicht verloren gehe und es darum gehe, das Herz von Meiringen zu entwickeln, wenn man beispielsweise Investoren für die Überbauung der Sauvage-Matte gewinnen wolle, wird der Planungskredit "Projektwettbewerb Bahnhof" über 150'000.- von der Bevölkerung angenommen (siehe Artikel).

Phase 6 (Jan '10 - Mai '11)

Da wird gearbeitet, nehmen wir an. Und dann...

Phase 7 (Jun '11)

Nach einer Informationsveranstaltung zum Strassenprojekt “S-Kurve“ wird die Bevölkerung hierzu zur schriftlichen Mitwirkung eingeladen. Das heisst: die Bevölkerung soll zu einem Teilprojekt Stellung nehmen, bevor ihr das Gesamtprojekt vorgestellt wird bzw. bevor sie weiss, ob und wenn ja, wie viel Geld nebst dem S-Kurve-Projekt für die allgemeine Attraktivitätssteigerung mit Verkehrsberuhigung im Dorf noch übrig bleibt. Hinzu kommt, dass es sich - trotz der langen Arbeitsphase von 1.5 Jahren - um ein sehr dürftiges Projekt handelt. Das geht so nicht! Siehe unsere Stellungnahme unter der Rubrik "Mitwirkung"

Phase 8 (Jul '11)

Die Mitwirkungsphase wurde von Gemeinderat F. Abplanalp folgendermassen zusammengefasst: "Einige wenige Eingaben sind eingegangen, sie betreffen vor allem die Strassenbreite, die Raumgestaltung und die Umsetzung der Verkehrsberuhigung im ganzen Dorf" (siehe Artikel). Leider haben wir bis heute keine konkreten Antworten - z.B. in Form eines Mitwirkungs-berichts - auf unsere Anliegen und Anträge erhalten.

Phase 9 (Aug - Nov '11)

Wohl nicht zuletzt dank unserer Kritik werden zur allg. Beratung ein Raumplanungsbüro und für die Gestaltung im speziellen ein Landschaftsarchitekt beigezogen. Erfreulicherweise kann mit dieser Verstärkung des TBK-Teams das Projekt "S-Kurve" stark verbessert werden, was uns sehr erfreut! Auch wurde an einem "Gesamtverkehrskonzept" gearbeitet - unserem wichtigsten Anliegen - nur leider hat es diese Bezeichnung nicht verdient, wie an der Infoveranstaltung vom 17.11. festgestellt werden musste. Denn es fehlt nach wie vor die Auseinandersetzung mit folgenden Punkten

  • Markante Gestaltung der Dorfeingänge,
  • Begnungsorte/Quartiertreffpunkte Stein, Oberdorf (z.B. Siechenplatz), ev. Unterdorf,
  • Flanierzone mit Verbreiterung der Trottoirs,
  • Velozubringer Balm, Willigen und Hausen (u.a. Kreisel Eisenbolgen),
  • Tempo 30 (die Beschilderung ist hier bestimmt das kleinste Problem),

und deren Abstimmung mit den neuen Themen im Z'hang mit der aktuellen Ortsplanungsrevision, wie z.B.

  • Zubringerstrassen direkt zum Casionplatzparking/Bahnhof entlang der Bahnlinen,
  • Erschliessung Sauvagematte,
  • Attraktivitäts-/Sicherheitssteigerung Raum Bahnhof

geschweige denn die Koordination best. Punkte mit dem neuen Alpbachübergang für den Langsamverkehr im Rahmen des Wasserbauprojekts, wo Velos zukünftig über die U-förmige Brücke gestossen werden müssen (das ist echt wahr!). Und wo passiert die Zusammenarbeit der Gemeinde mit der Bevölkerung (Workshops, Variantendiskussionen, Arbeitsgruppe etc.)?

Fazit: Für das zur Zeit vorliegende Gesamtverkehrskonzept Meiringen wäre ein Projektname im Sinne von "Parkplatzschiebereien auf der Hauptschlagader" viel treffender...

An der Gemeindeversammlung vom 1.12. soll nun gemäss Gemeinderat die Bevölkerung den Verpflichtungskredit Neugestaltung/Aufwertung „S-Kurve“ in der Höhe von 560'000.- beschliessen.

Wir sind der Meinung, dass das Vorgehen, in Anbetracht eines nach wie vor fehlenden Gesamtkonzepts, das zwingend und schon seit längerer Zeit mit der Bevökerung zusammen erarbeitet werden müsste (siehe Phase 1-3 oder Leitbild), keinen Sinn macht bzw. strategisch falsch ist. Folglich lehnen wir das Traktandum ab.

Phase 9 (Dez '11)

Resultat Gemeindeversammlung vom 01.12.11:

Trete aus einem Akt der Solidarität der Facebook-Gruppe von damals bei :-)